Aarauer Demokratietage


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Die 13. Aarauer Demokratietagen stehen dieses Jahr unter dem Titel "Frauen und Politik". Ein halbes Jahrhundert nach der Einführung des Frauenstimmrechts in der Schweiz beleuchten wir, welche Bedeutung die Geschlechterfrage heute in der Politik hat. Wie und wofür engagieren sich junge Frauen heute? Sind Quoten zwecks Erreichen der Parität in den Parlamenten rechtens? Inwiefern politisieren die Geschlechter anders? Und welche Rolle spielen Gender-Fragen in der Politischen Bildung? Diesen Fragen gehen wir in vier Online-Veranstaltungen nach, jeden Donnerstag im März 2021.

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Den Auftakt macht SWI swissinfo.ch, Medienpartner der Aarauer Demokratietage, mit einer Diskussionsrunde zum politischen Engagement junger Frauen. Darauf folgen drei wissenschaftliche Veranstaltungen des Zentrums für Demokratie Aarau (ZDA).

Donnerstag, 4. März 2021, 16-17.30 Uhr (SWI swissinfo.ch)
Junge Aktivistinnen: Alte Machtfrage, neuer Kampf mit neuen Köpfen

Aktivistinnen von damals erhalten heute zum Frauenstimmrechts-Jubiläum Telefonanrufe von "Hatern" – wird die Machtfrage je gelöst sein? Frauen führen die neuen politischen Bewegungen wie Klimastreik, #metoo, Black Live Matters an. Schaffen diese neuen Zugänge in die Politik? Was unterscheidet die federführenden Frauen dieser Bewegungen von den herkömmlichen Politikerinnen? Reicht die Power der neuen, von Frauen angeführten Bewegungen, um die Politik zu ändern – schnell und dauerhaft? Ist der Weg in die institutionalisierte Politik ein Ziel?

  • Marie-Claire Graf, Klimaaktivistin/UNO-Klimabotschafterin und Unternehmerin, Protective Mask Initiative
  • Estefania Cuero, Junge Akademie Schweiz und Unternehmerin Diversity & Empowerment
  • Dr. Regula Stämpfli, Politikwissenschaftlerin und Autorin
  • Renat Künzi: Journalist SWI swissinfo.ch (Moderation)


Donnerstag, 11. März 2021, 16-18 Uhr (ZDA)
Parität für die Vertretung von Frauen und Männern in Parlamenten?

Auf Bundesebene und in den meisten Kantonen können Frauen seit gut 50 Jahren in Parlamente gewählt werden. Auch nach fünf Jahrzehnten besitzen die Frauen jedoch in kaum einem Parlament eine ihrem Bevölkerungsanteil entsprechende Vertretung. Vor diesem Hintergrund könnten Massnahmen zugunsten der Parität der Geschlechter ein geeignetes Instrument zur Erhöhung der Repräsentation darstellen. Doch erlaubt die Wahlrechtsgleichheit überhaupt eine solche Parität beziehungsweise Quotenregelungen? In Deutschland haben zwei Bundesländer Paritätsgesetze erlassen, die vom jeweiligen Landesverfassungsgericht aufgehoben wurden. Im Kanton Neuenburg werden gegenwärtig verschiedene Konzepte diskutiert. Inputreferate und Diskussion von:

  • Prof. Dr. Silke Ruth Laskowski, Universität Kassel: Die Vereinbarkeit eines paritätischen Wahlrechts („Geschlechterquoten“) in Deutschland mit dem Grundgesetz (Bundesverfassung)
  • Prof. Dr. Monika Polzin, LL.M. (NYU), Wirtschaftsuniversität Wien: Geschlechterquoten und der leise Abschied von der Demokratie
  • Prof. Dr. Vincent Martenet, Universität Lausanne, nebenamtlicher Richter am Bundesgericht: Der verfassungsrechtliche Rahmen für Parität/Geschlechterquoten in der Schweiz
  • Prof. Dr. Andreas Glaser, Zentrum für Demokratie Aarau (Moderation)


Donnerstag, 18. März 2021, 16-18 Uhr (ZDA)
Auch nach 50 Jahren noch Nachholbedarf? Die Ursachen für die tiefere Beteiligung von Frauen in der Schweizer Politik

Die Einführung des Frauenstimmrechts vor 50 Jahren war ein wichtiger Schritt zur politischen Gleichstellung der Geschlechter in der Schweiz. Trotz der Abschaffung der formalrechtlichen Hürden ist die Beteiligung von Frauen in der Schweizer Politik nach wie vor schwächer als diejenige der Männer. Auch wenn sich die Beteiligungsquoten mit der Zeit angeglichen haben, besteht nach wie vor ein «Gender Gap». Dieser betrifft nicht nur die Vertretung von Frauen und ihren Interessen in den repräsentativen Institutionen und in den für die Schweiz typischen Institutionen der Versammlungsdemokratie, sondern auch die neuen Formen von politischer Aktivierung. Welches sind die Gründe dafür? Und in welche Richtung geht die Entwicklung? Inputreferate und Diskussion:

  • Prof. Dr. Fabrizio Gilardi, Universität Zürich: Frauenvertretung in der Schweizer Politik: the Good, the Bad and the Ugly
  • Julia Rickenbacher, Interface Institut für Politikstudien (Luzern): Wer vertritt die Anliegen der Frauen? Von passiver und aktiver Repräsentation
  • Dr. Marlène Gerber, Universität Bern: Der Gender Gap in der Versammlungsdemokratie: Erkenntnisse aus der Landsgemeinde
  • Deborah Kalte, Zentrum für Demokratie Aarau: Frauen und Politik der anderen Art: der politische Konsum
  • Prof. Dr. Daniel Kübler, Zentrum für Demokratie Aarau (Moderation)

Donnerstag, 25. März 2021, 16-18 Uhr (ZDA)
Frauen in der Demokratie und Politische Bildung

Vor 50 Jahren erhielten die Schweizer Frauen das aktive und passive Wahlrecht auf nationaler Ebene. Das ist Anlass genug, sich mit der Geschichte der Demokratie und dem zähen Ringen um die Beteiligung der Frauen auseinanderzusetzen, um danach die heutigen Herausforderungen der Repräsentation und der Partizipation von Frauen in der Politik in den Blick zu nehmen. Basierend auf historischen und politikwissenschaftlichen Einsichten zu politischen Strukturen, Repräsentationen, Partizipationsformen und Beteiligungschancen von Frauen damals und heute fragen wir danach, was junge Heranwachsende zum Kampf um Gleichstellung und Frauenstimmrecht wissen sollen. Darüber hinaus interessiert, wie Schüler*innen und Lehrpersonen ermutigt werden können, politische Zusammenhänge immer auch aus geschlechtssensibler und daher geschlechtergerechter Sicht zu reflektieren und benötigte demokratische Handlungskompetenzen zu erwerben.

  • PD Prof. Dr. Gesine Fuchs, Hochschule Luzern für Soziale Arbeit: Politische Repräsentation von Frauen in der Schweiz und in Europa – Blick zurück und aktueller Stand
  • Dr. Zoé Kergomard, Deutsches Historisches Institut Paris: „Das Volk – dazu zählen auch Sie“. Die Erfindung der Wählerin in der politischen Kommunikation und in der politischen Bildung um 1971
  • Prof. Dr. em. Béatrice Ziegler, ehemalige Leiterin Zentrum Politische Bildung und Geschichtsdidaktik am Zentrum für Demokratie Aarau: «Die Einführung des Stimm- und Wahlrechts für Frauen 1971» und die politische Kompetenz von Jugendlichen
  • Dr. Dorothee Linnemann, Historisches Museum Frankfurt: Demokratiegeschichte ohne Frauen? – Vermittlungsaspekte zur Geschichte der Gleichstellung und des Frauenstimmrechts in Deutschland und in internationaler Perspektive
  • Prof. Dr. Monika Waldis, Zentrum für Demokratie Aarau (Moderation)

Aarauer Demokratietage (ADT)

An den ADT werden aktuelle politische Themen aufgegriffen und debattiert. Die jährlich stattfindende Veranstaltung umfasst eine Podiumsdiskussion und eine wissenschaftliche Konferenz. Die ADT richten sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Medien und an eine interessierte Öffentlichkeit.