2024 war der «Unterschriften-Bschiss» in aller Munde und wurde sogar zum Wort des Jahres gekrönt. Kommerziellen Organisationen wurde vorgeworfen, sie würden Unterschriftensammlungen gezielt und systematisch manipulieren. Damit war das Vertrauen vieler Menschen in der Schweiz in Unterschriftensammlungen – und damit in demokratische Prozesse – angeschlagen.
Vertrauen ist tragendes Element von Demokratie und Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit der Regierung. Bürger:innen müssen sicher sein können, dass staatliche Informationen verlässlich sind, dass Verfahren fair ablaufen und dass politische Akteur:innen sich am allgemeinen Wohl orientieren. Gerade in der Schweiz mit ihrer halbdirekten Demokratie ist Vertrauen notwendig, dass sich Bürger:innen an Wahlen und Abstimmungen beteiligen und dass die Demokratie widerstandsfähig gegen Desinformation und Polarisierung bleibt.
Auf welches und auf wieviel Vertrauen der Bevölkerung können also Politik, Verwaltung und Medien heute noch bauen? Wie stellen diese Akteur:innen auf der anderen Seite das Vertrauen her? Wie kann insbesondere die Bundeskanzlei vor diesem Hintergrund mit ihren Botschaften Vertrauen der Bevölkerung herstellen und bewahren? Wie gelingt ihr eine vertrauensbildende Kommunikation im Vorfeld von Volksabstimmungen und welches sind die Herausforderungen? Was braucht es, dass der Brückenschlag in Zeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Fragmentierung der Gesellschaft und tiefgreifender Veränderungen in der Medienlandschaft gelingt? Diese und weitere Fragen diskutieren wir am Abendanlass der Aarauer Demokratietage.