Digitale politische Partizipation: Beträchtliche Unterschiede zwischen den Kantonen


Ein neu geschaffener Index erfasst auf einer Skala von 0 bis 100, inwiefern es in Kantonen der Schweiz möglich ist, sich digital am politischen Prozess zu beteiligen. Gemessen wird digitale politische Partizipation mit Hilfe von insgesamt sieben Indikatoren für die drei Dimensionen Meinungsbildung, Mitwirkung und Entscheidung. Im Ranking der Kantone wird ersichtlich, dass gegen oben noch viel Luft ist. Den höchsten Wert erreicht der Kanton Genf mit 55 Punkten. Lanciert wird der Index vom Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) und dem Think Tank von Procivis, unterstützt von der Stiftung Mercator Schweiz.

Aarau, 26. Oktober 2021 –
Digitale politische Partizipation ergänzt zunehmend analoge Formen politischer Beteiligung. Elemente des politischen Prozesses wie Dialog, Konsultation, Beteiligung sowie Abstimmen und Wählen im digitalen Raum haben gerade in Zeiten von COVID-19 wieder einen Schub erhalten. Weil sie den neuen digitalen Lebenswelten und -erfahrungen immer breiterer Bevölkerungskreise entsprechen, werden sie in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Das Zentrum für Demokratie Aarau und der Procivis Think Tank führen deshalb für die Schweiz einen Index ein, der digitale politische Partizipation erfasst und Kantone vergleichbar abbildet. Ein solches Monitoring gibt es für die Schweiz noch nicht.

Digitale politische Partizipation wird mit Hilfe eines Index in einem standardisierten Wertebereich erfasst. Die Werte für den DigiPartIndex Schweiz reichen von 0 bis 100 Punkten. Die Unterschiede zwischen den Kantonen sind beträchtlich. Erzielt wurden minimal 6 bis maximal 55 Punkte. Der Mittelwert beträgt 31 Punkte. Tendenziell führen bevölkerungsreiche und finanzstärkere Kantone das Ranking an. Auch die an der Spitze liegenden Kantone können sich jedoch noch in allen Bereichen deutlich verbessern.

Index Digitale Politische Partizipation

Index Digitale Politische Partizipation Schweiz: Werte für alle Kantone der Schweiz auf einer Skala von 0-100

Der Index misst drei Dimensionen der digitalen politischen Partizipation. In der ersten Dimension wird abgebildet, dass politischen Entscheiden in Demokratien eine Phase der Meinungsbildung vorangeht. Erfasst werden dabei Tools für e-Deliberation, digitale politische Bildung und e-Transparenz. Mitwirkung als zweite Dimension bildet den institutionalisierten Austausch zwischen staatlichen Stellen und der Zivilgesellschaft ab. Hierzu erhoben werden die beiden Komponenten e-Konsultation und e-Anliegen. Neben der öffentlichen Debatte und einem Austausch zwischen Staat und Gesellschaft können drittens auch Werkzeuge zum Einsatz kommen, die den Akt des Abstimmens und Wählens digital ermöglichen. Dazu müssen die Grundlagen in Form einer elektronischen Identifikation, also einer e-ID, geschaffen werden, um dann unter anderem auch für das e-Voting sowie e-Collecting zum Einsatz kommen zu können. Für zusätzliche Kriterien wie Gebrauch, Nutzerkreis, Benutzerfreundlichkeit und Vielfalt können Bonus- oder Maluspunkte vergeben werden.

Der Index wird jährlich aufdatiert. Bericht und Datensätze sind auf der Webseite http://digipartindex.ch abrufbar.

Auskünfte
Uwe Serdült, uwe.serdult@zda.uzh.ch

Medienmitteilungen als PDF

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Die Untersuchung
Uwe Serdült, Costa Vayenas, Herveline Du Clary und Gabriel Hofmann (2021): DigiPartIndex Schweiz 2021. Aarau und Zürich, Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) und Procivis Think Tank. Link: http://digipartindex.ch/report-1


Über das Projekt
Der Index Digitale Politische Partizipation Schweiz erlaubt es, den Stand der digitalen politischen Partizipation zu messen und zu vergleichen, vorerst für die Schweizer Kantone. Das Projekt wird vom Programm «Digitalisierung + Gesellschaft» der Stiftung Mercator Schweiz gefördert.

Über das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA)
Das Zentrum für Demokratie Aarau ist ein wissenschaftliches Forschungszentrum, das von der Universität Zürich, der Fachhochschule Nordwestschweiz, vom Kanton Aargau und von der Stadt Aarau getragen wird. Es betreibt Grundlagenforschung und befasst sich mit aktuellen Fragen zur Demokratie – regional, in der Schweiz und weltweit. www.zdaarau.ch

Über den Procivis Think Tank
Die Aufgabe des Procivis Think Tanks besteht darin, die Auswirkungen digitaler Technologien auf die Demokratie zu untersuchen und einen Beitrag zur Entwicklung innovativer Lösungen im Hinblick auf die Digitalisierung von Dienstleistungen im öffentlichen Sektor und der Demokratie zu leisten. www.procivis.ch/think-thank

Medienkonferenz (Video-Aufzeichnung):


Kontakt
Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA)
Villa Blumenhalde
Küttigerstrasse 21
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Tel. 062 836 94 44
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www.zdaarau.ch