Das Zentrum für Demokratie Aarau (ZDA) erhebt im Auftrag des Bundesamtes für Statistik (BFS) Daten zu den Wahlen in der Schweiz. Die nachfolgenden Analysen wurden vom ZDA selbst erstellt, basierend auf den für das BFS erhobenen Zahlen.

 

Kontakt:
Prof. Dr. Daniel Bochsler

(Tel. 062 836 9424 oder 044 634 5453)

Neue Statistik entschlüsselt Mischlisten

Neu berücksichtigt die Wahlstatistik der kantonalen Wahlen auch Stimmen, die an Mischlisten verschiedener Parteien abgegeben wurden. Damit können wir erstmals die Parteienstärke in den kantonalen Wahlen (siehe Definition) nicht nur basierend auf der Sitzzahl in den kantonalen Parlamenten, sondern ebenfalls basierend auf dem Stimmenanteil in kantonalen Wahlen berechnen.

Parteienstärke Wählerstärke Regierungsstärke
(Sitze) (Stimmen) (Sitze)
FDP 19.0 18.7 25.4
CVP 13.8 13.2 17.0
SP 18.8 18.0 27.5
SVP 23.7 23.0 14.0
Grüne 8.8 9.1 9.7
BDP 3.2 3.9 2.8
GLP 4.9 5.2 0.0
Übrige 7.9 8.8 3.6

Mehr zur Berechnung im Bericht zu Parteienstärken bei Mischlisten.

22. Oktober 2014

 

 

Wie lange hält der Aufwind für die FDP?

Statistik der kantonalen Wahlen 2015

Die grosse Gewinnerin der ersten kantonalen Wahlen 2015 - Baselland und Luzern - ist die FDP. Sie gewinnt in relevanten Kantonen wie Baselland und Luzern.

Mit der deutlichen Verkleinerung der Kantonsparlamente fällt auch die Sitzzahl der Parteien zusammen; der (gewichtete) Index der Parteienstärke des ZDA ermöglicht es die Entwicklung längerfristig zu betrachten. Demnach ist die Vertretung der FDP in den Kantonsparlamenten erstmals seit 20 Jahren wieder gewachsen.*

In den letzten Monaten hatten SVP-nahe Medien eine Annäherung der FDP und der SVP angestrebt, die FDP hat sich aber gegen ein Zusammengehen gewehrt. Ihr eigenständiges Profil scheint ihr nicht zu schaden. Ob es sich um lokalpolitische Sonderzüglein handelt, wird sich spätestens mit den Zürcher und Tessiner Wahlen weisen.

Gemäss den Zahlen des ZDA hält die SVP nunmehr schweizweit 23.9% der Mandate in den Kantonsparlamenten (+0.2% gegenüber 2014). Es folgen die FDP (19.2% +0.2%), SP (18.8% +0.0%), CVP (13.8% +0.0%) und die Grünen (8.5% -0.2%). Die GLP verliert 0.1%, und liegt neu bei 4.8% der Parlamentssitze. Die BDP verliert erneut (-0.1%) und liegt bei 3.0%.

* In absoluten Zahlen gemessen kämpft die FDP übrigens einen Sisyphuskampf. Selbst mit deutlichen Stimmengewinnen könnte sie der laufenden Verkleinerung der Kantonsparlamente nichts entgegensetzen. Absolut hat sich ihre Sitzzahl seit den 1980er-Jahren von gut 800 auf nunmehr gut 500 Sitze verkleinert.


Graphik1

Details zur Berechnung siehe Definitionen.

Download Grafik Parteienstärke, 1990-2015 respektive 2003-2015


Daten

Berechnung des Indikators Parteienstärke

 

 

Stand: 10. April 2015

Definitionen und Berechnungen

Die Grösse der Kantonsparlamente und -regierungen wird immer wieder angepasst. Beispielsweise hat der Kanton St. Gallen im Jahr 2008 sein Parlament von 180 auf 120 Sitze verkleinert. Daher sind die Sitzzahlen ungeeignet, um längerfristige Trends zu erfassen. Zudem lässt sich ein Sitz im Zürcher Kantonsrat (7600 Einwohner/Sitz) nur schwer mit einem Sitz in Obwalden, Nidwalden, oder Glarus (<700 Einwohner/Sitz) vergleichen. Das Zentrum für Demokratie Aarau berechnet vergleichbare Indikatoren für die Parteienentwicklung.

Definition Parteien: Die Zahlen zur FDP beinhalten seit 2008 auch die LPS. Grüne = Grüne Partei + Grünalternative.

Parteienstärke: Für den Index der Parteienstärke in den Kantonsparlamenten und -regierungen werden die Sitzzahlen der Parteien im Parlament/Regierung mit den Bevölkerungszahlen der Kantone und aufgrund der Grösse der Kantonsparlamente/-regierungen gewichtet, so dass jeder Kanton aufgrund seiner Grösse in den Index einfliesst. Appenzell Innerrhoden wird nicht mit einbezogen. Dort spielen die Parteien in den Parlamentswahlen eine untergeordnete Rolle.

Wählerstärke: Der Index der Wählerstärke berechnet die Wähleranteile der nationalen Parteien, basierend auf den Wähleranteilen in den kantonalen Wahlen, inkl. Mischlisten. Die Wähleranteile in den kantonalen Wahlen werden mit den Bevölkerungszahlen der Kantone gewichtet, so dass jeder Kanton aufgrund seiner Grösse in den Index einfliesst. Appenzell Innerrhoden wird nicht mit einbezogen. Dort spielen die Parteien in den Parlamentswahlen eine untergeordnete Rolle. In Graubünden und Appenzell Ausserrhoden (Majorzwahlen) werden die Sitzzahlen im Kantonsparlament herangezogen.